Wie angeblich existenzielle Gefahren zur erfolgreichsten Strategie der KI-Industrie werden
Eine Einordnung von AlgorithmWatch
Eine Einordnung von AlgorithmWatch

Liest man die Verlautbarungen der KI-Konzerne, könnte man glauben, Skynet wacht demnächst auf und beschließt, die Menschheit auszulöschen. Warum rufen die Konzerne überhaupt Bilder aus den Terminator-Filmen hervor – Angst, Kontrollverlust, Apokalypse? Das ist gewollt, sagt Dr. Nicolas Kayser-Bril von AlgorithmWatch. KI-Konzerne lenken die Aufmerksamkeit auf potenzielle Gefahren in der Zukunft. Und weg von den gegenwärtigen Gefahren wie Arbeitsplatzverluste, Verdichtung, Technik-Stress. Was steckt hinter der Strategie und wem nützt sie?
Und schon schickt Skynet seine Kampfmaschinen los, um die restlichen Überlebenden zu vernichten. In Anlehnung an bekannte Bilder aus »Terminator« und »Matrix« behaupten KI-Unternehmen, dass ihre Werkzeuge so gefährlich seien, dass sie eines Tages die Zivilisation auslöschen könnten. Warum tun sie das?
Im März 2023 forderten einige Führungskräfte, darunter Elon Musk, ein Moratorium für neue Sprachmodelle, damit wir nicht »die Kontrolle über unsere Zivilisation verlieren«. Noch was davon gehört? Nein. Auch das gehört zum Plan. Denn das eigentliche Ziel des Moratoriums war ein anderes, schreibt Dr. Nicolas Kayser-Bril: »Zu dieser Zeit diskutierten Politiker*innen aktuelle und gut dokumentierte Probleme, darunter Diskriminierung, die Informationsflut und Deepfakes. Gesetze wie der europäische AI Act (der damals verhandelt wurde) wurden als äußerst gefährlich für die Wirtschaftlichkeit der großen KI-Konzerne angesehen.« Indem sie die Aufmerksamkeit auf zukünftige Risiken lenkten, konnten sie aktuelle Gefahren gleichzeitig viel kleiner erscheinen lassen und argumentieren, dass nur sie, die Entwickler der Systeme, ihre Schöpfungen beherrschen und richtig einsetzen könnten.
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