Mit Betriebsrat läuft‘s besser
Studie des Weizenbaum-Instituts zu KI-Einsatz in Betrieben
Studie des Weizenbaum-Instituts zu KI-Einsatz in Betrieben

Was ändert sich für die Beschäftigten, wenn immer mehr KI zum Einsatz kommt? Werden Handlungsspielräume kleiner oder bleibt alles beim Alten? Und wie wirkt es sich aus, wenn das Unternehmen den Betriebsrat einbezieht? Das steht im Diskussionspapier des Weizenbaum-Instituts »Zunehmender KI-Einsatz in der Arbeitswelt. Wie Management und Betriebsräte die Einführung und Nutzung von KI-Anwendungen gestalten«.
Grundlage der Studie ist die Betriebsbefragung »KI im Betrieb«. Das Weizenbaum-Institut befragte 2025 Management und Betriebsräte in 440 Betrieben in Deutschland. Während 2024 rund die Hälfte der Betriebe mindestens eine KI-Anwendung im Regelbetrieb nutzte, stieg dieser Anteil 2025 auf 62 Prozent. Besonders häufig wenden IT, Verwaltung, Vertrieb und Marketing KI an.
Ein Ergebnis: Drei Viertel des Managements und zwei Drittel der Betriebsräte erwarten Produktivitätsgewinne. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Betriebe KI bislang noch experimentell einsetzen, heißt es in der Pressemitteilung.
Management und Betriebsräte bewerten die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt in vielen Punkten ähnlich. Beide sehen vor allem eine Zunahme der Qualifikationsanforderungen für Beschäftigte, erwarten aber keine größeren Veränderungen bei den Beschäftigungszahlen. Etwa ein Drittel nimmt jedoch eine leichte Abnahme von Arbeitsplätzen durch den Einsatz von KI wahr.
Unterschiedlich bewerten sie die Auswirkungen auf die Arbeitsgestaltung: Betriebsräte befürchten eher eine Abnahme von Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten der Beschäftigten, während das Management hier kaum Veränderungen wahrnimmt.
Wie sich KI auf Arbeitsintensität und Arbeitsbedingungen auswirkt, hängt davon ab, wie Technologien im Betrieb eingeführt werden und wie sich deren Nutzung gestaltet. Die Studie zeigt, dass knapp über die Hälfte der Betriebsräte vom Management bei der Einführung von KI-Technologien einbezogen wird. In diesen Fällen berichten Betriebe häufiger von einer höheren Akzeptanz der Technologie und seltener von Arbeitsintensivierung. Betriebsräte können laut Weizenbaum-Institut dazu beitragen, Risiken für Beschäftigte frühzeitig zu erkennen. »Wenn wir eine Verschlechterung von Arbeitsbedingungen vermeiden wollen, bleiben Institutionen wie Betriebsräte wichtig«, sagt Professor Dr. Martin Krzywdzinski, Direktor am Weizenbaum. »Sie mögen in manchen Fällen den Prozess der Technologieeinführung etwas verlangsamen, aber sie sorgen für eine nachhaltigere und im Sinne der Beschäftigten ausgestaltete Nutzung der KI. Das ist der europäische Weg der KI-Nutzung.«
Das 25-seitige Diskussionspapier ist abrufbar.