Menschliche Intelligenz – künstliche Intelligenz
Bericht über die ver.di-Fachtagung zu Arbeit im Dienstleistungssektor
Bericht über die ver.di-Fachtagung zu Arbeit im Dienstleistungssektor

Für alle, die an der digitalen ver.di-Fachtagung am 26. Februar 2026 nicht teilnehmen konnten: Im Netz gibt es einen ausführlichen Bericht. Wie sich Arbeit im Dienstleistungssektor durch KI verändert, welche Chancen und Risiken es für einzelne Berufe gibt, wo Abwertung und Arbeitsplatzverlust droht oder Aufwertung und Entlastung zu erwarten ist, wurde aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert.
Den ersten Input aus wissenschaftlicher Sicht lieferte Professor Dr. Enzo Weber mit seinem Vortrag »KI in der Arbeitswelt: Wer ist hier schlau?«. Er leitet den Forschungsbereich »Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen« am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Wissenschaftler wirbt dafür, die Diskussion über KI zu entdramatisieren. Mit apokalyptischen Zuständen am Arbeitsmarkt ist laut ihm nicht zu rechnen. Er betrachtet die Erneuerungskrise der deutschen Wirtschaft derzeit als das größere Problem – nicht KI. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Expert*innen und Fachkräften sei ungebrochen. Der Trend geht aufwärts, allerdings sind künftig andere Tätigkeiten und Kompetenzen gefragt. Anstatt wie »die Kaninchen vor der Schlange« zu hocken und den zunehmenden Einsatz von KI wie eine über uns hereinbrechende Naturkatastrophe zu erdulden, müsse man aktiv gestalten.
Zwar werden höchstwahrscheinlich bestimmte Jobs (auch von Hochqualifizierten) ersetzt, es seien aber auch positive Effekte wie eine höhere Produktivität und neue Geschäftsmodelle zu erwarten. Vor allem die Qualifizierung der Menschen sei wichtig, um alle in diesem Wandel mitzunehmen. Jetzt gehe es darum, die Erneuerungskrise anzunehmen und diesen Wandel zu gestalten.
Doris Janssen vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) referierte zum Thema »KI im Dienst des Menschen – wie die Zusammenarbeit mit KI gestaltet werden kann«. Ihr Fokus beim Einsatz von KI in der Arbeitswelt liegt auf den beteiligten Menschen. Sie sollen einbezogen und ihre Bedürfnisse und Erlebnisse sollen in den Mittelpunkt gestellt werden. Sie setzt sich für einen menschenzentrierten, systemorientierten und wissenschaftlich fundierten Ansatz ein, mit dem die Innovationskraft der Unternehmen erhöht und ihre Attraktivität für Fachkräfte gesteigert werden soll. Eine Umfrage des DGB-Index Gute Arbeit zum Schwerpunkt Digitalisierung hat gezeigt, dass diejenigen, die Einfluss auf die Technikeinführung haben, sich weniger der digitalen Technik ausgeliefert fühlen.
Der gesamte Bericht ist hier zu lesen.