Dauernde Restrukturierungen, Hetze und Termindruck
ver.di-Beschäftigten-Befragung in der IKT-Branche
ver.di-Beschäftigten-Befragung in der IKT-Branche

Good job oder Flop?
ver.di wollte es wissen und die Beschäftigten sagten ihre Meinung. Zentrale Ergebnisse: Starke Arbeitsverdichtung und Transformation prägen den Arbeitsalltag, die Belastungen sind hoch.
ver.di befragte bundesweit Beschäftigte in Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Teilgenommen haben 13.437 ver.di-Mitglieder und Nicht-Organisierte.
»Organisationsveränderungen und digitaler Wandel, inklusive KI, verursachen Sorgen und verschärfen die Anforderungen bei den Beschäftigten«, sagt Florian Haggenmiller, ver.di-Bundesfachgruppenleiter IKT. So mache sich mehr als ein Drittel der Befragten Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Das zeige, wie wichtig es sei, die Transformationsprozesse gemeinsam mit den Beschäftigten zu gestalten und durch tarifliche und betriebliche Regelungen abzusichern. Zudem sei der Handlungsbedarf bei Weiterbildung und Qualifizierung riesengroß. Etwa ein Drittel der Befragten fühlt sich nicht ausreichend qualifiziert für künftige Anforderungen.
Was führt zu Arbeitshetze und Termindruck? Das beantworten die Befragten deutlich: Zu viele Vorgänge und Projekte sind gleichzeitig zu bearbeiten. Dazu kommen ungeplante Zusatzaufgaben und eine zu knappe Personalbemessung sowie schlecht gemanagte interne Prozesse. Und was würde helfen? Fast jede*r Zweite wünscht sich mobiles Arbeiten, mehr als ein Drittel mehr Arbeitszeitflexibilität, aber auch eine geringere Wochenarbeitszeit (bei Lohnausgleich).
Die Branchenbefragung basiert auf dem DGB-Index Gute Arbeit. Hier werden drei Dimensionen in den Blick genommen: Belastungen und Beanspruchungen, Ressourcen, Einkommen und Sicherheit (insgesamt 42 Fragen). Ergänzt wurde der Index durch branchenspezifische Zusatzfragen. Außerdem fragte ver.di die Unternehmensbindung über die Weiterempfehlungsbereitschaft ab.